Warum sind Sturz und Gebrechlichkeit individuell und sozialpolitisch relevante Themen?

Stürze und Gehstörungen sind ein Zeichen für verminderte Mobilität und Gebrechlichkeit, die mit steigendem Alter zunehmen. Die Folgen von Stürzen für betagte Menschen sind jedoch katastrophal: nicht nur Knochen brechen, sondern auch Selbstvertrauen und Aktivität. Ältere Menschen, die schon einmal gestürzt sind, ziehen sich aus Angst vor weiteren Stürzen oftmals physisch und psychisch zurück. Durch die Selbstbeschränkung körperlicher Aktivitäten kommt es zu Einbußen an Sozialkontakten - zu sozialer Isolation und dem Verlust von Lebensqualität.

Unter den Knochenbrüchen sind insbesondere Oberschenkelhalsbrüche ein kontinuierlich wachsendes Problem für die Patienten, deren Angehörige und die Gesundheits- bzw. Sozialsysteme: Sie bedeuten lange Krankenhausphasen und den Übergang in Invalidität und Pflegebedürftigkeit für die Betroffenen. Ein immenser Pflegeaufwand und hohe Kosten für die Familien und den Staat sind oftmals das Resultat.

Die individuellen Nöte, die durch Sturz und Gebrechlichkeit hervorgerufen werden, gehen fließend in sozialpolitische Problematiken über. Die Relevanz der Thematik "Sturz und Gebrechlichkeit" ist bedeutend, weil das Thema beinahe jeden früher oder später berührt. Die steigende Lebenserwartung bringt es mit sich, dass es zunehmend mehr gebrechliche Menschen gibt. Stürze mit ihren Folgen wie eventueller Pflegebedürftigkeit nehmen zu. In unserer modernen Gesellschaft gewinnt die Pflege außerhalb der Familie verstärkt an Bedeutung: Immer mehr Ältere werden in Pflegeeinrichtungen, die von staatlichen Sozialsystemen mitgetragen werden, betreut. Die Altenpflege ist aufgrund ihrer immensen Kosten zu einem bedeutsamen Sozialpolitikum geworden, das sich in Zukunft noch weiter verschärfen wird, wenn nicht alles dafür getan wird, die Pflegebedürftigkeit so lange wie möglich hinauszuzögern.




Deutsche Initiative gegen Sturz und Gebrechlichkeit

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